Informationsmaterialien zum

Qualitätsnetz Darmkrebs Hessen

 

 

 

Qualitätsnetz Darmkrebs Hessen auf einen Blick

 

Die Handelnden im Gesundheitswesen sind dazu aufgefordert, die medizinische Versorgung über die Grenzen ihrer jeweiligen Sektoren hinaus zu optimieren.  Dies gilt insbesondere für Patientinnen und Patienten mit Krebserkrankungen. Unter diesen hat der Darmkrebs aufgrund seiner Häufigkeit und seiner besonderen Abhängigkeit der Heilungsaussichten von der Qualität der interdisziplinären Zusammenarbeit eine besondere Bedeutung.

 

Nur durch die regionale Zusammenarbeit aller Beteiligten wird die sinnvolle Messung der Ergebnisse in diesen medizinischen Behandlungsketten möglich. Dies ist Voraussetzung für die langfristige Optimierung der Patientenversorgung, für die Kontrolle der Kosten der Komplexbehandlung und die Etablierung des Transfers von Wissen und Innovation als Wertschöpfung.


Notwendige Voraussetzung für die Ergebnisbewertung in regionalen Versorgungsstrukturen ist eine landesweite, einheitliche, transsektoral abgestimmte und auf Nachhaltigkeit angelegte Datenerfassung. Daraus abgeleitetes Benchmarking, regelmäßige Berichte an die Beteiligten und qualitätsfördernde Anregungen bis in die Versorgungsstrukturen hinein sind weitere Erfolgsfaktoren.

 

Dies ist der Kern der Initiative "Qualitätsnetz Darmkrebs Hessen", welche ein bundesweit einzigartiges Modell einer populationsbezogenen sektorüberschreitenden Qualitätssicherung  (SQS) darstellt: eine mit allen medizinischen Leistungserbringern in allen Sektoren abgestimmte, web-basierte Datenplattform für die SQS beim Darmkrebs.

 

Erstmalig in der Bundesrepublik steht damit für eine relevante Population eine SQS im Praxistest. Auf der Grundlage der longitudinalen Daten dieses Modells wird eine transparente Messung der Ergebnisqualitäten möglich. Dies setzt die Akteure in die Lage, die partizipative Umgestaltung regionaler Versorgungsstrukturen in ihren regionalen Netzwerken anzugehen. Diese Netzwerke werden so in die Lage versetzt, ihre Versorgungsqualität konsequent zu entwickeln. Schließlich wird es Ärzten wie politischen Entscheidungsträgern möglich, in einen rationalen, auf der Basis von regionalen Leistungsvergleichen organisierten Dialog zu treten. Patientinnen und Patienten ermöglicht dies den raschen, sicheren und fairen Zugang zu medizinischen Ressourcen und Innovationen.

 

 

 

Ziele des Qualitätsnetz Darmkrebs Hessen

Die Initiative Qualitätsnetz Darmkrebs Hessen (QND-H) verfolgt das Ziel, die Qualität der Behandlung von Patientinnen und Patienten mit Darmkrebserkrankungen in Hessen sektorenübergreifend zu dokumentieren und sie auf der Grundlage transparenter Daten strukturiert in den teilnehmenden Darmzentren weiter zu entwickeln.

Die Initiative vereint die verschiedenen Interessennehmer und Akteure der Versorgungsstrukturen aus dem ambulanten und stationären Sektor, der institutionalisierten Qualitätssicherung des Landes Hessen, den Körperschaften und politischen Organen des Landes, um

                  auf der Basis eines bundeseinheitlichen Datensatzes einen organspezifischen, die regionalen Besonderheiten in Hessen berücksichtigenden Datensatz im Konsens zu erarbeiten,

                  in diesem Datensatz flächendeckend die Versorgungsrealität von Betroffenen mit Darmkrebs in Hessen über Zeiträume von mehreren Jahren abzubilden,

                  diese Daten mit den etablierten Instrumenten der qualitätsichernden Institutionen des Landes zu validieren und transparent die medizinische Ergebnisqualität den Bürgerinnen und Bürgern in Hessen für eine sachgerechte Diskussion um Qualität im Gesundheitswesen zur Verfügung zu stellen,

                  an der Weiterentwicklung der Qualitätsindikatoren beim Darmkrebs auf der Basis von regionalen und nationalen Daten mitzuwirken,

                  eine rationale Datengrundlage für den kontinuierlichen Prozess der Verbesserung der Behandlungsqualität im ambulanten und stationären Versorgungsbereich zur Verfügung zu stellen,

                  die Methodik des Strukturierten Dialogs mithilfe der beteiligten Darmzentren zu einem mehrdimensionalen Instrument weiter zu entwickeln

                  mit dieser Initiative ein sektorübergreifendes Fundament für die populationsbezogene Versorgungsforschung in Hessen bereitzustellen

 

 

Die Initiative Qualitätsnetz Darmkrebs Hessen schafft die Grundlage für eine transparente Darstellung der Ergebnisse der derzeitigen Versorgungsstrukturen über die zertifizierte Struktur- und Prozessqualität hinaus.

Die Mitwirkenden des Qualitätsnetz Darmkrebs Hessen sind davon überzeugt, dass eine sinnvolle Bewertung der Ergebnisqualität nur auf der Grundlage der so gewonnenen longitudinalen und die Grenzen der Sektoren überschreitenden Aufzeichnung der Behandlungsergebnisse möglich ist.

 

Dadurch werden die Gesundheitsregionen in Hessen in die Lage versetzt, ihre Versorgungsrealität konsequent zum Wohle der Bürgerinnen und Bürger zu entwickeln. 

Dadurch wird es den beteiligten Ärztinnen und Ärzten, wie auch den institutionellen und politischen Entscheidungsträgern möglich, in einen rationalen, auf der Basis eines regionalen Leistungsvergleichs organisierten Dialog zu treten.

Dies setzt alle Beteiligten in die Lage, partizipativ an der Umgestaltung der regionalen Versorgungsstrukturen mitzuwirken.

 

Den Patientinnen und Patienten in Hessen sichert dies trotz sich verknappender Ressourcen und abnehmender Zahl ärztlicher Spezialisten auch in Zukunft einen raschen, sicheren und fairen Zugang zu den medizinischen Ressourcen und zu medizinischen Innovationen in der Behandlung des Darmkrebs.

 

 

 

Selbstverpflichtung der teilnehmenden Darmzentren

Ein Darmzentrum beschreibt eine an Strukturen und Prozessen orientierten Kriterien formalisierte Art und Weise, nach der Ärztinnen und Ärzte in Niederlassung mit Ärztinnen und Ärzten in Krankenhäusern zusammenarbeiten sollen, um möglichst optimale Behandlungsergebnisse zu bewirken.  Alle Darmzentren sind um einzelne Krankenhäuser herum organisiert. Darmzentren sind für die Behandlung von Krebserkrankungen des Dick- und Enddarms in besonderer Weise ausgestattet.

 

Alle Darmzentren, die Mitglieder des Qualitätsnetzwerks sind, haben sich verpflichtet, der Öffentlichkeit aussagekräftige Informationen über die Behandlungsqualität zu vermitteln. Sie nutzen hierzu eine nach wissenschaftlichen Kriterien aufgebaute gemeinsame Qualitätsdatenbank. Die Daten erfassen Ergebniskriterien sowohl für den stationären als auch den ambulanten Bereich. Das Netzwerk verfolgt damit das Ziel einer sektorübergreifenden Qualitätssicherung (SQS).

Auf der Basis eines international anerkannten Satzes von Qualität anzeigenden Parametern, den sog. Qualitätsindikatoren, wird die Behandlungsqualität anonymisiert dargestellt und in einem landesweiten Vergleich die Ergebnisse der Darmzentren dargestellt.

Einerseits wird dies dazu beitragen, dass die Qualitätsindikatoren für den stationären und ambulanten Bereich validiert und ggf. erweitert werden.  Andererseits kann auf der Grundlage dieser Daten erstmalig eine vergleichende Darstellung der regionalen Behandlungsqualität präsentiert werden.  Diese Daten sind eine Voraussetzung für den kontinuierlichen Prozess der Verbesserung der Behandlungsqualität im ambulanten und stationären Versorgungsbereich.  Das etablierte Instrument des Strukturierten Dialogs soll den am Qualitätsnetz Darmkrebs Hessen teilnehmenden Darmzentren dabei Unterstützung sein.

 

 

 

Darmzentren, die am Qualitätsnetz Darmkrebs Hessen teilnehmen

Das Qualitätsnetz Darmkrebs Hessen ist offen für alle Kliniken und alle Klinikträger und unterstützt alle Darmzentren hinsichtlich ihrer Teilnahme. Aus zum teil sehr unterschiedliche Gründen machen nicht alle Darmzentren in Hessen von diesem Angebot der transparenten Darstellung ihrer Ergebnisse Gebrauch.

Von den in Hessen akkreditierten Darmzentren nehmen die Folgenden an der Initiative des Qualitätsnetz Darmkrebs Hessen teil:

 

Darmzentrum Klinikum der J. W. Goethe Universität

Klinik für Allgemein- u. Gefäßchirurgie

Klinikum der Johann Wolfgang Goethe-Universität, Frankfurt

 

Darmzentrum Klinikum der Philipps Universität

Klinik für Viszeral-, Thorax- und

Gefäßchirurgie, Universitätsklinikum Marburg

 

Darmzentrum Klinikum der Universität Giessen

Allg.-,Viszeral-, Thorax-, Transplantations- u. Kinderchirurgie

Universitätsklinikum Giessen

 

Darmzentrum Offenbach

Chirurgische Klinik I, Klinik für Allgemein-,

Viszeral- und Thoraxchirurgie

Klinikum Offenbach

 

Darmzentrum HSK Wiesbaden

Klinik für Allgemeinchirurgie

Klinikum Kassel

 

Darmzentrum Kassel

Vizeralchirurgie

Klinikum Fulda

 

Klinik Allgemein-, Viszeral- u. Minimal-invasive Chirurgie

Krankenhaus Nordwest, Frankfurt

 

Allgemein-, Thorax- u. Gefäßchirurgie

Klinikum Darmstadt

 

 

 

Organisation des Qualitätsnetz Darmkrebs Hessen

Das Qualitätsnetz Darmkrebs Hessen (QND-H) ist eine Initiative des Onkologischen Arbeitskreises (OAK) e.V. Offenbach, einem seit mehr als dreißig Jahren in der Rhein-Main-Region etablierten, interdisziplinären, sektorübergreifenden, onkologischen Arbeitskreis. Der  OAK ist ein gemeinnütziger Verein und trägt die inhaltlich wie organisatorisch eigenständige Initiative. Der Vorstand des QND-H vertritt das Qualitätsnetz nach außen und verantwortet die Geschäfte des QND.  Er ist in dieser Funktion unabhängig vom OAK.

Kooperationspartner und Förderer der Initiative sind regionale institutionelle Partner im Gesundheitswesen, Leistungserbringer im ambulanten wie stationären Bereich einschließlich deren Vertretungen, die politischen Parteien und die Gremien und Vertreter der Landesregierung sowie die mit Qualitätsfragen befassten Universitäten, Institutionen und Forschungseinrichtungen.

 

 

 

Vorstand des Qualitätsnetz Darmkrebs Hessen

Vorstand

Prof. Dr. Andreas Zielke, Klinikum Offenbach

Offenbach am Main

 

Stellvertretender Vorstand

NN

 

 

 

Unterstützung des Qualitätsnetz Darmkrebs Hessen

Die Initiative wird getragen von der Landesärztekammer Hessen,

 

sie wird unterstützt von

 

Landesgeschäftsstelle Qualitätssicherung Hessen, GQH

Landesarbeitsgemeinschaft Qualitätssicherung (angefragt)

Hessische Krebsgesellschaft

Arbeitsgemeinschaft Deutscher Darmzentren (ADDZ, angefragt)

Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Tumorzentren (ADT, angefragt)

Kooperationsverbund Qualitätssicherung durch Klinische Krebsregister (KoQK, angefragt)

Stiftung Lebensblicke

Felix Burda Stiftung (angefragt)

Deutsche ILCO (angefragt)

Initiative "Hessen gegen den Darmkrebs" (angefragt)

 

 

 

Initiatoren und Mitwirkende im Qualitätsnetz Darmkrebs Hessen

Die nachfolgend in alphabetischer Reihenfolge genannte Personen und Institutionen

waren / sind am Aufbau des Netzwerks beteiligt :

 

PD Dr. med. Jens Uwe Alles

Netzwerk Pathologie, Frankfurt

 

Univ.-Professor Dr. med. D. K. Bartsch

Direktor Klinik für Viszeral-, Thorax- und

Gefäßchirurgie, Universitätsklinikum Marburg

 

Univ.-Professor Dr. med. W. O. Bechstein

Direktor Klinik für Allgemein- u. Gefäßchirurgie

Klinikum der Johann Wolfgang Goethe-Universität, Frankfurt

 

Dr. med. Rainer Boettge

Oberarzt der Chirurgischen Klinik

Städtische Kliniken Frankfurt Höchst

 

Dr. med. Susanne Braun

Chefärztin Pathologie

Klinikum Offenbach

 

Marc Düffelmeyer

IOMTech GmbH, Berlin

 

Prof. Dr. med. Christian Ell

Chefarzt der Klinik Innere Med. II

Dr. Horst-Schmidt-Kliniken, Wiesbaden

 

Prof. Dr. med. Albrecht Encke

Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen

Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF)

 

Professor Dr. med. Jürgen Faß
Direktor der Klinik für Allgemeinchirurgie

Klinikum Kassel

 

Stephanie Gragert

Krankenhaus Nordwest, Frankfurt

 

PD Dr. med. Ralf Grunewald

Gemeinschaftspraxis Onkologie, Frankfurt

 

PD Dr. med. A. Hellinger

Direktor Allgemein- u. Vizeralchirurgie

Klinikum Fulda

 

Prof. Dr. med. Christoph Hottenrott

St. Elisabeth-Krankenhaus der Katharina-Kasper-Kliniken, Frankfurt

 

Prof. Dr. med. Elke Jäger

Chefärztin Medizinische Klinik II

Krankenhaus Nordwest, Frankfurt

 

Dr. med. Roland Kaiser

Leiter der Abteilung Qualitäts- und Versorgungsmanagement

Landesärztekammer Hessen

Frankfurt

 

Professor Dr. med. Thomas Werner Kraus

Direktor Klinik Allgemein-, Viszeral- u. Minimal-invasive Chirurgie

Krankenhaus Nordwest, Frankfurt

 

Professor Dr. med. D. Lorenz

Direktor der Klinik Allgemein- und Viszeralchirurgie

Dr. Horst-Schmidt-Kliniken, Wiesbaden

 

Björn Misselwitz

Geschäftsstelle Qualitätssicherung Hessen, GQH

Eschborn

 

Univ.-Professor Dr. Winfried Padberg

Direktor Allg.-,Viszeral-, Thorax-, Transplantations- u. Kinderchirurgie

Universitätsklinikum Giessen

 

Professor Dr. med. Christian Petermann
Direktor Allgemein-, Thorax- u. Gefäßchirurgie

Klinikum Darmstadt

 

Dr. med. Gerald Poschmann

Qualitätsnetz Gastroenterologie Hessen, Frankfurt

 

Prof. Dr. med. Franz-Josef Prott

RNS Praxisgemeinschaft Radiologie, Nuklearmedizin und Strahlentherapie

St. Josef-Hospital, Wiesbaden

 

Dr. med. Axel Rambow

Qualitätsnetz Gastroenterologie Hessen, Frankfurt

 

Univ.- Prof. Dr. med. Matthias Rothmund

Direktor der Klinik für Viszeral-, Thorax- und Gefäßchirurgie

Universitätsklinikum Marburg

 

Dr. med. Hubert Schindler

VdAK/AEV-Landesvertretung Hessen

 

Dr. med. Ursula Stüwe

Präsidentin der Landesärztekammer Hessen 2005-2009

Frankfurt

 

Prof. Dr. med. Hans Tesch

Onkologische Schwerpunktpraxis

Frankfurt

 

Dr. Werner Wächter

Vertrauensstelle der Hessische Krankenhausgesellschaft e. V.

 

Professor Dr. med. Andreas Zielke

Direktor Chirurgische Klinik I, Klinik für Allgemein-,

Viszeral- und Thoraxchirurgie, Onkologischer Schwerpunkt

Klinikum Offenbach

 

 

 

Beirat des Qualitätsnetz Darmkrebs Hessen

Der Beirat berät den QNDH in allen Angelegenheiten, insbesondere in der Frage der Festlegung von Kennzahlen, des landesweiten Vergleichs der Ergebnisdaten, der Präsentation und der Interpretation der Daten. Vor diesem Hintergrund ist er ein wesentliches Instrument zur Weiterentwicklung der Datenbank-Parameter, der Qualitätsindikatoren, der Auswertemodalitäten, der Instrumente der Validierung und des Ergebnisberichts.

Der Beirat rekrutiert die Mitglieder für das "Peer Review" und den "Strukturierten Dialog".

Er kann bei Optimierungsprozessen angerufen werden und, wenn von den teilnehmenden Darmzentren angefragt, Peers stellen, die bei Veränderungsprozess beraten und diese Prozesse begleiten.

 

 

 

Erläuterungen zu den Zielen des Qualitätsnetz Darmkrebs Hessen

 

Warum ist es wichtig, sich um die Behandlung des Dick- und Enddarmkrebses zu kümmern ?

Jedes Jahr erkranken in Deutschland mehr als 71.000 Menschen an Darmkrebs. Bei nahezu jedem Zweiten wird die Erkrankung tödlich verlaufen. Fakt ist, dass jedes Jahr fast 30.000 Menschen in Deutschland an Darmkrebs sterben.  In Hessen erkranken jedes Jahr etwa 10.000 Menschen an Darmkrebs.

 

Genauso wie es heutzutage sehr wirksame Methoden für die Früherkennung gibt, gibt es sehr wirkungsvolle Behandlungsstrategien, wenn die Krankheit eingetreten ist.  Diese Strategien integrieren ärztliche Bemühungen im ambulanten und im stationären Bereich. Mit der Ausnahme von einigen Frühformen ist z.B. grundsätzlich eine Operation vonnöten, die in der Regel einen Krankenhausaufenthalt erfordert. Einige Vor- und Nachbehandlungen müssen ebenfalls im oder am Krankenhaus erbracht werden.  Viele Behandlungsschritte und insbesondere die Vor- und Nachsorge können sehr wohl außerhalb des Krankenhauses im "ambulanten Bereich" erfolgen. Breite Untersuchungen haben gezeigt, das diese Maßnahmen sehr effektiv sind: durch die ambulante Vorsorge und Polypentherapie können die meisten Fälle von Darmkrebs vermieden und bei rechtzeitig entdeckten Krebsen kann der ansonsten tödliche Verlauf verhindert werden.

 

Aber nach wie vor ist der Erfolg der Behandlung sehr von den handelnden Akteuren abhängig. Beispielsweise muss die zentrale Säule der Therapie – die Operation – nach bestimmten Kriterien ausgeführt und überwacht werden. Ansonsten kann die Wiederkehrquote z.B. beim Enddarmkrebs von 5% auf 30% hochschnellen. Da man diese "Qualitätszeichen" aber erst oft 3 Jahren und mehr erkennt, ist es wichtig, sich kontinuierlich und nachhaltig um eine offene Darstellung der Behandlungsergebnisse zu kümmern.

 

Optimale Qualität kann sich deshalb nur entfalten, wenn alle, die an der Behandlung mitwirken, dies auf eine festgelegte und untereinander abgestimmte Art und Weise auch tun und die Operationen angemessen ausgeführt werden.  Diese Sachverhalte sind in sog. Leitlinien festgelegt. An der Erstellung dieser Leitlinien haben wiederum alle potentiellen Behandlungspartner auf der institutionellen Ebene mitgewirkt.

 

Dass transparent und nach einheitlichen und begründeten Kriterien die Ergebnisse der Behandlung erfasst, ausgewertet und dargestellt werden, ist eine zwingende Voraussetzung, um die Beteiligten in die Lage zu versetzen, ihre Versorgungsqualität konsequent zu entwickeln. Nur durch die kritische Reflektion der Ergebnisse werden Ärzte wie politische Entscheidungsträger in einen rationalen, auf der Basis von regionalen Leistungsvergleichen organisierten Dialog eintreten können. Und nur unter diesen Bedingungen wird eine Weiterentwicklung der Qualität möglich und werden die Betroffenen von der optimierten Behandlung des Dick- und Endarmkrebses profitieren.

 

 

Was ist die Zielsetzung des Qualitätsnetz Darmkrebs und wofür steht es ?

Die Initiative steht für den Anspruch, Patientinnen und Patienten mit einem Krebs des Dick- oder Enddarms in Hessen die beste Behandlungsqualität über die derzeit noch als traditionell empfundenen Grenzen der Sektoren hinaus zu ermöglichen. Die sogenannten "Sektoren" beschreiben die Grenzen der ambulanten Versorgung auf der einen und die der stationären Versorgung auf der anderen Seite. Auch Trägerschaften (kommunal, privat, konfessionell) können Grenzen des Informationstransports und eines ungestörten Behandlungsablaufs sein.

 

Die Initiatoren stehen für die an dem verfügbaren medizinischen Wissen ausgerichtete "beste" und für eine hinsichtlich der Mitteilung der Ergebnisse "transparente" medizinische Qualität für alle dem Netzwerk anvertrauten Patienten. Wir sind für offen für alle an der Qualitätssicherung und Qualitätsverbesserung Interessierten.

 

Wir sind davon überzeugt, dass die medizinische Behandlungsqualität beim Dick- und Enddarmkrebs in Hessen weiter verbessert werden kann und wir stellen uns der Herausforderung, dies auf der Landesebene zu organisieren.

 

Wir ermöglichen es den in der Behandlungskette des Dick- und Enddarmkrebs Beteiligten, ihre Qualität in der medizinischen Behandlung mithilfe des strukturierten Dialogs ständig weiter zu verbessern. Dabei sind wir davon überzeugt, dass regionale Qualitätspotentiale immer nur im regionalen Kontext, d.h. im erkennenden regionalen Netzwerk partizipativ gestaltet werden können.

 

Wir tragen als Qualitätsnetz dazu bei, dass in naher Zukunft Patienten, Angehörige, Ärzte, Krankenhäuser und Krankenkassen in Hessen auf die Daten einer einheitlichen, transparenten und verlässlich durch anerkannte Qualitätsindikatoren gemessenen medizinischen Behandlungsqualität zurückgreifen können.

 

Wir sind überzeugt davon, dass sich die Aktivitäten und Daten des Qualitätsnetz und die Systematik der Landesarbeitsgemeinschaft QS Hessen mit der noch zu entwickelnden neue Methodik des AQUA Instituts zur externen Qualitätssicherung sinnvoll miteinander verbinden lassen.

 

Wir wollen überdies einen Beitrag leisten zur Versachlichung der notwendigen Diskussion bezüglich der qualitätsbezogenen Leistungsvergütung (pay-for-performance). Wir sind sicher, dass die Ergebnisse des QND-H in der Lage sind, über eine regionale Validierung der Qualitätskriterien einen verlässlichen Maßstab für die objektive Qualität von ambulanten  und Krankenhausbehandlungen und damit für eine an dieser Qualität orientierte Vergütung zu liefern.

 

 

Warum braucht Hessen eine eigene Initiative ?

Zur Zeit sind Behandlungsverläufe in der gesetzlichen Qualitätssicherung kaum sichtbar. Informationsbrüche und Kommunikationsgrenzen zwischen den Sektoren und den Versorgern bieten Raum für Qualitätsmängel und breite Lücken in der Patientensicherheit.

 

Diese Entwicklungen machen eine Lösung für Hessen dringend notwendig. Sinnvoll ist eine Organisation auf Länderebene, da wichtige institutionelle und strukturelle Voraussetzungen in jedem Bundesland auch auf Länderebene verantwortlich organisiert und von ihren regionalen Spezifika geprägt sind: Krankenkassen, Landesregierungen (Krankenhausbedarfsplan), Krankenhausgesellschaften, Landesärztekammern (Berufs- und Ausbildungsrecht), Kassenärztliche Vereinigungen, Krebsregister, Landesarbeitsgemeinschaften für Qualitätssicherung sowie die Landesgeschäftsstellen der BQS (in Hessen die GQH).

 

Nach ‹berzeugung der Initiatoren ist die Qualitätssicherung ureigenste ärztliche Aufgabe und deswegen sinnvoll bei der ärztlichen Standesvertretung, der Landesärztekammer, der HKG und der KV angesiedelt. Dabei soll die Qualität nicht durch Mindestmengen, sondern durch Arbeiten in definierten Strukturen (lokale Darmzentren bzw. regionales Qualitätsnetz) mit Ergebnisdokumentation, Auswertung, Rückmeldung und qualitätsförderlichen Eingriffen im Einvernehmen mit dem Qualitätsmanagement der Zentren erreicht werden.

 

Damit sind alle in Hessen tätigen Ärztinnen und Ärzte, die vom Darmkrebs betroffene Bürgerinnen und Bürger behandeln, aufgefordert, dem "Qualitätsnetz Darmkrebs Hessen" beizutreten und ihre Behandlungsergebnisse zu dokumentieren.

 

 

Was ist die zukünftige Rolle der Darmzentren in Hessen aus Sicht des Qualitätsnetzes ?

Traditionelle Konzepte der Qualitätsmessung sind anbieter- und sektororientiert. Neue und zukunftsweisende Modelle müssen populationsorientiert und sektorübergreifend sein. Bezieht sich die Messung auf spezielle Indikationen – wie hier die Krebserkrankungen des Dick- und Enddarmes, so müssen alle Versorgungselemente innerhalb der versicherten Population mit einbezogen werden – von der Prävention bis zur Palliation. Dies kann nur durch die Darmzentren gewährleistet werden.

Sie müssen sich der anspruchsvollen Aufgabe stellen die haus- und fachärztliche, ambulante und stationäre ärztliche und pflegerische Behandlungsleistung in einer interdisziplinären Kooperation zu verzahnen und darin die Präventionsmaßnahmen, genauso wie Rehabilitationsmaßnahmen, die Palliativ- und die Hospizarbeit zu integrieren und diese mit den Leistungen der Sozialen Einrichtungen und Patientenorganisationen zu koordinieren.

Dies kann nur mit regionalem Bezug und der besonderen Kenntnis regionaler und lokaler Strukturen zu einem Erfolg geführt werden. Es ist deshalb sinnvoll, solch umfassende Angebote an präventiven und therapeutischen Leistungen in einer Region innerhalb von umfassenden Versorgungseinheiten zu organisieren – die dieses umfassende Angebot organisieren und anbieten können.

Die formalen Anforderungen an die Aufbauorganisation von Darmzentren nach den Vorgaben der Deutschen Krebsgesellschaft gehen bereits weit in diese Richtung.

 

Die Vernetzung dieser Darmzentren ist die Grundlage für einen auf die Bedürfnisse der Patienten abgestimmten medizinischen Fortschritt. Innovationen in der Medizin können durch diese Netzwerke schneller und effektiver den Patienten erreichen. So werden Zeit und Kosten gespart und Risiken minimiert. Dies sichert den Betroffenen einen schnellen, sichern und fairen Zugang zu neuen Therapien.

 

Vernetzung führt aber nur dann zum Erfolg, wenn sie inhaltsgetrieben ist (Max Einhäupl). Ein "bottom up" Ansatz, d.h. ein aus dem Kreis der medizinischen Leistungsanbieter heraus entwickelter Lösungsansatz ist bei derart komplexen Fragestellungen immer dem zentralistischen Top-down Ansatz vorzuziehen.

 

Das Qualitätsnetz bejaht deshalb ausdrücklich die kooperative Arbeit der Darmzentren und steht für eine koordinierte Versorgung mit regionalem Bezug.

 

 

Welche Methoden nutzt das Qualitätsnetz Darmkrebs Hessen ?

Wir nutzen ein bundesweit einmaliges Modell eines Indikator-gestützen, sektorübergreifenden Messsystems zur longitudinalen Abbildung der Qualität der Ergebnisse der Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Dick- und Enddarmkrebs in Hessen.

‹ber eine internetgestützte, fach- und fallbezogene, flächendeckende Dokumentation aller behandelnden Ärzte und Zentren innerhalb des Netzwerkes wird für alle vom Patienten autorisierten Ärzte Zugriff auf alle Patientendaten angestrebt.

Diese Daten werden fachspezifisch qualitätskontrolliert und von einer Dachorganisation - der GQH - anonymisiert an die Zentren bzw. Ärztinnen/Ärzte rückgemeldet. Angestrebt wird ein Datenabgleich mit dem Hessischen  Krebs- bzw. Sterberegister um die Vollständigkeit der Daten für die stationären Patientinnen und Patienten zu sichern.

Die Datenerfassung erfolgt webbasiert und erfüllt die folgenden Qualitätskriterien:

Inhaltliche Berücksichtung von Anforderungen der ADT, KOQK, Onkozert

Unabhängig von der IT-Umgebung (Internet-Browser)

Anpassungen, Änderungen ohne lokale Updates

Region- und Sektorübergreifendes Register

Ortsunabhängige Dokumentation

Interdisziplinäre Nutzungsmöglichkeit

Nutzbar für zertifizierte Dokumentation (z.B. nach Onkozert)

Schnittstellen zur verschiedenen kommerziellen Dokumentationssystemen.

 

 

Warum ist ein "bundeseinheitlicher" Ansatz der Datenerfassung so wichtig  ?

Das erste Ziel des Netzwerks war es, auf der Basis eines bundeseinheitlichen Modells einen organspezifischen, die regionalen Besonderheiten in Hessen berücksichtigenden Datensatz im Konsens zu erarbeiten. Mit der Hilfe dieses Datensatz soll flächendeckend die Versorgungsrealität von Betroffenen mit Darmkrebs in Hessen über Zeiträume von mehreren Jahren erfasst werden.

Diese Arbeiten wurden im 1. Quartal 2010 abgeschlossen. Ein national datenvergleichbarer Ansatz ist deshalb wünschenswert, weil über das Land Hessen hinaus ein Vergleich mit anderen Gesundheitsregionen wichtig ist. Beispielsweise können so die eigenen regionalen Behandlungsergebnisse bestätigt oder neue Optionen der Behandlung aufgezeigt werden.

 

Andererseits können regionale Besonderheiten und regionale Potenziale immer nur durch lokale bzw. regionale Vergleiche aufgedeckt und in ihrer Bedeutung geklärt werden. Deshalb ist es wichtig, regionale Besonderheiten zu kennen und diese in die Datenerfassung einzupflegen.

Insbesondere dann, wenn neue Techniken oder Medikamente zur Krebstherapie eingesetzt werden sollen, kann es wichtig werden, kleine Gruppen von Betroffenen über die Grenzen eines Darmzentrums hinaus oder eines lokalen Netzwerks hinaus nach einheitlichen Kriterien zusammenzufassen. Dabei können, je nach Fragestellung, auch Landesgrenzen überschritten werden.

 

Aus diesen Gründen gibt es seit vielen Jahren nationale Anstrengungen zur Vereinheitlichung von Datensätzen. Diverse Abstimmungsgremien existieren – welche festlegen, welche medizinischen Daten zu welchem Zeitpunkt erfragt werden sollen. Deshalb hat sich das Qualitätsnetz auch an den Vorgaben u.a. der DKG, ADT, KOQK, ONCOCERT und dem Hessischen Krebsregister orientiert. Zwischenzeitlich entstandene andere regionale Modelle der organspezifischen modularen Datenerfassung beim Dickdarmkrebs (KOQK, ADDZ, BNG, TU-München u.a.), haben dies auch getan.

 

 

Was ist ein "Qualitätsindikator" – und warum ist es sinnvoll die Qualität der medizinischen Behandlung beim Dick- und Enddarmkrebs im Land Hessen vergleichend zu messen?

Qualitätsindikatoren sind ausgewählte Messwerte, welche die Qualität einer Behandlung charakteristisch darstellen sollen. Beispielsweise ist im Zusammenhang mit einer Operation die Zahl der noch in dem Krankenhaus, in dem die Operation durchgeführt wird, verstorbenen Patienten eine allen einsichtige, die Qualität anzeigende Kennzahl.

Die Auswahl der Kennzahlen folgt, wie im angegebenen Beispiel, der Einsicht und Erfahrung (empirische Kennzahl), gelegentlich aber auch der erst in großen Behandlungsserien gemachten, nicht auf den ersten Blick ersichtlichen Erkenntnis.

 

So kann sich beispielsweise die Rate der Undichtigkeiten der Anastomosen (dies sind die neu angelegten Darmverbindungen) nicht notwendigerweise in den Versterbensraten im Krankenhaus niederschlagen. Sie ist aber dennoch eine qualitätsanzeigende Kennzahl, weil die Rate der Rezidive und der sekundären Krankheitsmanifestationen dann höher ist. Die "Insuffizienzquote" ist damit ein guter Qualitätsindikator. 

 

Die Qualitätsindikatoren werden international und national in den Fachgremien identifiziert und für die SQS ausgewählt. Sie sind Bestandteil der Leitlinien und werden bereits aus diesem Grunde konsequent in der Dokumentation gefordert. Diese Indikatoren können im lokalen und regionalen Kontext insbesondere durch solche ergänzt werden, welche die Struktur- und Prozessqualitäten angemessen abbilden.

 

Durch den landesweiten Ansatz können die Ergebnisse einzelner Darmzentren interpretiert werden. Qualität verbessernde Potentiale werden durch landesweiten Vergleich eindeutig beschreibbar. Diese Potentiale können in der Region durch "Lernen von den Besten" auch wirksamer moduliert werden als dies nach zentralistischen anonymisierten Datenabfragen erwartet werden kann.

 

Wir ermöglichen es den in der Behandlungskette des Dick- und Enddarmkrebs Beteiligten, ihre Qualität in der medizinischen Behandlung mithilfe eines anhand dieser Datenvergleiche strukturierten Dialogs ständig weiter zu verbessern. Dabei sind wir davon überzeugt, dass regionale Qualitätspotentiale immer nur im regionalen Kontext, d.h. im erkennenden regionalen Netzwerk partizipativ gestaltet werden können.

 

 

Was ist ein " Strukturierter Dialog" ?

Strukturierter Dialog stammt aus der Verfahrensnomenklatur der gesetzlichen Qualitätssicherung, für die die BQS und ihre Landesgeschäftsstellen für Qualitätssicherung (in Hessen die GQH) zuständig sind. Innerhalb dieser Qualitätssicherung sind alle Kliniken zu einer gesetzlich verankerten Dokumentation ihrer Verlaufsdaten und der in ihrer Klinik registrierten Behandlungsergebnisse und -folgen verpflichtet.

 

Aus diesen Daten hat die GQH zusammen mit Experten ein Berichtswesen entwickelt, dessen Ergebnisse innerhalb von Fachausschüssen durch Fachexperten gesehen und bewertet werden. Ein sich anschließendes Peer-Review-Verfahren nutz anspruchsvolle statistisch aufgearbeitete landesweite Vergleichsdaten zur Interpretation und Darlegung von Verbesserungspotentialen individueller Behandlungsergebnisse.

 

Bei auffälligen Ergebnissen werden zusammen mit den verantwortlichen Klinikleitern, Geschäftsführungen und anderen Beteiligten im "Strukturierten Dialog" konkrete Behandlungsfälle gemeinsam auf mögliche Optimierungspotentiale bezüglich  Strukturen, Prozessen und der Inhalten analysiert. Verbesserungspotenziale werden abgeleitet und Maßnahmen der Veränderung aufgezeigt. In den folgenden Jahren werden die Veränderungen der diskutierten Belange im Besonderen analysiert und diese Ergebnisse erneut rückgespiegelt.

 

Bei der minimalinvasiven Cholecystektomie (Gallenblasenentfernung per Bauchspiegelung) – einer der gesetzl. verankerten Qualitätssicherungs-Prozeduren, konnte der Erfolg dieses Instruments zur Qualitätsverbesserung auf der Landesebene dokumentiert werden. Deshalb soll auch in der SQS beim Darmkrebs im Netzwerk des QNDH dieses etablierte Instrument als ein Angebot der kontinuierlichen Verbesserung der Qualität zur Anwendung kommen.

 

 

Wie kann aus Sicht des QNDH der Strukturierte Dialog weiterentwickelt werden ?

Das QNDH ist ein Netzwerk zertifizierter Darmzentren und solcher Darmzentren, die vor der Zertifizierung stehen. Das Netzwerk ermöglicht die überregionale Kooperation der Darmzentren durch:

o        Gemeinsame ‹berprüfung der Therapierichtlinien

o        Jährliche Treffen zur Aktualisierung auf Länderebene, Workshops

o        Gemeinsame Datenerhebung zur Qualitätsmessung mit Benchmarking

o        Gemeinsame Teilnahme an Qualitätssicherungsmaßnahmen

o        Durchführung oder Teilnahme von/an Studien

Das Netzwerk verfolgt dabei langfristige Ansätze, die getragen sind von dem Gedanken, dass Qualitätsmessung und Transparenz zur Qualitätsverbesserung alleine weniger effektiv sind als mehrdimensionale und mehrperspektivische Interventionen.

Das Qualitätsnetz unterstützt deshalb die Veränderung des strukturierten Dialogs zu einem qualitätsföderlichen Forum, welches abseits der notwendigen Betrachtung und Diskussion von Auffälligkeiten vor allem motivieren soll zur stetigen Weiterentwicklung der Qualität der beteiligten Darmzentren. Dieser Beitrag muss bis in das interne Qualitätsmanagement der Zentren reichen.

Unter Beteiligung der medizinischen Akteure wirkt das Netzwerk mit bei der Entwicklung und Erprobung der Indikatoren, Aufarbeitung der Ergebnisse mit vergleichendem Bericht bis in die praktische Umsetzung in das QM in den Darmzentren zum Beispiel im Rahmen der Qualitätszirkel. Das Netzwerk hält auch den Peer-Review vor Ort durch Visitoren zum qualitätsfördernden Austausch für möglich und sinnvoll.

Das Qualitätsnetz ist der ‹berzeugung, dass es qualitätsförderlicher ist, die Stärke der Darmzentren und der transsektoralen Netzwerke zu entwickeln anstatt auf einzelne Prozessindikatoren zu fokussieren.

 

 

Was hat es mit der qualitätsbezogenen Vergütung von Krankenhausleistungen auf sich – und welche Rolle spielt die Qualitätsinitiative des QNDH dabei ?

Patienten wie Kostenträger haben das berechtigte Anliegen, die Behandlung in qualitätsstarken Zentren  zu fokussieren. Insbesondere bei ausgedehnten Krebserkrankungen, neodajuvant vorzubehandelnden Stadien oder der Behandlung der sekundären Krankheitsmanifestation, d.h. der Metastasen, werden besondere Anforderungen gestellt.

Zwar wird heute die kumulierte Erkrankungsschwere bei der Erlöskalkulation berücksichtigt – aber die Qualität der Behandlung und die Güte der erreichten Ergebnisse nicht.  Da aber in Zeiten limitierter finanziellen Ressourcen im Gesundheitssystem trotzdem die Ärztinnen und Ärzte sicherstellen wollen, dass alle Betroffenen eine qualitativ hochwertige Versorgung erhalten, ist die Orientierung der Vergütung an den erzielten Ergebnissen ein gesundheitspolitischer Ansatz, dem sich das QND-H nicht verschließt.  In der langfristigen Konsequenz eines so geführten Qualitätswettbewerbs würden - im Interesse der Patienten -  vor allem diejenigen Kliniken, welche an einer Verbesserung ihrer Ergebnisqualität arbeiten, durch bessere Bezahlung auch bessere Chancen haben.  Ein an guten medizinischen Ergebnissen orientiertes finanzielles Anreizsystem würde ein sinnvolles Gegengewicht zu dem mit den Selektivverträgen befürchteten Preis- und Qualitätsdumpig bilden.

Vor diesem Hintergrund können die im Netzwerk etablierten Qualitätsindikatoren als validierte und transparente Informationsquelle der Ergebnisqualität von Darmzentren dienlich sein. Sie werden den Zentren, Selbsthilfegruppen, Krankenkassen und Patienten als ein hessenweit einheitlicher Bewertungsstandard zur Verfügung stehen.

So liefern wir eine rationale Datengrundlage für den kontinuierlichen Prozess der Verbesserung der Behandlungsqualität im ambulanten und stationären Versorgungsbereich und ein sektorübergreifendes Fundament für die populationsbezogene Versorgungsforschung in Hessen. Die in nächster Zeit bereits erwarteten Ergebnisse des Netzwerks liefern damit erstmals Datenmaterial zur Beantwortung der vom Wissenschaftsrat gestellten Frage, wie viel vom theoretisch möglichen Optimum der Versorgung beim einzelnen Patienten unter Routinebedingungen ankommt.

 

 

Wie lässt sich die Initiative des QNDH mit den bisherigen Ansätzen zur Qualitätssicherung und den Aktivitäten des für die Weiterentwicklung dieser Aufgaben betrauten AUQA-Instituts verbinden ?

Die Vorgehensweise bei der externen Qualitätssicherung durch die BQS war in der Vergangenheit vielfältiger Kritik ausgesetzt. In der aktuellen Beauftragung der Entwicklung der SQS und der Entwicklung von Qualitätsindikatoren (QI) für den Darmkrebs wurde der BQS nicht die Handlungsführerschaft übertragen. 

 

Die Zielsetzung des Netzwerk ist es, die über viele Jahre durch die Landesgeschäftsstelle QS in Hessen aufgebaute und etablierte Verfahrensweise des Peer Review Verfahren und des strukturierten Dialogs sinnvoll in die Qualitätssicherung zu integrieren und weiter zu entwickeln. Hier geht die Initiative weit über die Belange eines einfachen Krebsregisters hinaus.

 

Dabei entsteht den im Netzwerk arbeitenden Ärztinnen und Ärzten kein expliziter Datenmehraufwand. Durch intelligente Nutzung der Schnittstellen können die ohnehin in einem zertifizierten Darmzentrum notwendigen Anliegen der Datensicherung für die Initiative des QNDH sinnvoll genutzt werden.

Mithilfe der so generierten Daten kann das für die prozedurenspezifische Entwicklung von SQS und QI beauftrage AQUA-Institut beim Aufbau seiner neuen Methodik und seiner Modelle unterstützt werden. U.a. kann das QNDH jederzeit flexibel weitere relevante Qualitätsindikatoren in die vorhandene Systematik integrieren, auch und gerade für die sektorübergreifende Qualitätssicherung. Gerade diese flexible Bewegungsmöglichkeit liefern die klinischen Krebsregister nicht.

 

 

Was ist ein "Klinisches Krebsregister" und was ist anders beim QNDH ?

"Ein klinisches Krebsregister strebt die Erfassung aller Krebspatientinnen und Krebspatienten an, die an einer bestimmten Einrichtung bzw. einem Einrichtungsverbund oder in einem definierten Einzugsgebiet, z.B. Hessen, behandelt wurden, unabhängig von ihrem Wohnort. Hauptziele dieser Erfassung sind die Qualitätssicherung der Behandlung und die Unterstützung des zuständigen epidemiologischen Landeskrebsregisters. Einige klinische Register, sogenannte Nachsorgeleitstellen, organisieren zusätzlich auch die Krebsnachsorge. Durch eine einrichtungsübergreifende Zusammenführung und Auswertung von standardisierten Informationen zu Diagnostik, Therapie und Verlauf von Tumorerkrankungen können klinische Krebsregister folgende Aspekte von Qualität der Behandlung erheben: die Prozessqualität, z. B. Einhaltung von Therapiestandards, Einhaltung der interdisziplinär beschlossenen Maßnahmen etc , die Strukturqualität, z. B. Therapieerfahrung (Häufigkeit bestimmter Operationen und die Ergebnisqualität) und die Ergebnisqualität, dazu gehören z.B. wichtige Patientenbezogene Aspekte wie die ‹berlebenszeit, die tumorfreie Zeit und die Lebensqualität."  (Hompage ADT 2010-01-24)

Die bundesweite Einführung von Registern verfolgt das Ziel, über klinische Verlaufsdaten zuverlässige Daten über die Qualität der Krebsbehandlung zu erhalten und diese zu verbessern. Ferdinand Hofstädter von der ADT führt hierzu aus:" Entscheidungsträger, Leistungserbringer, Kostenträger und natürlich Patientinnen und Patienten benötigen zuverlässige und aussagekräftige Daten zur Qualität der onkologischen Versorgung. Nur auf der Grundlage einer gesicherten Datenlage können bestehende Defizite identifiziert und geeignete Maßnahmen ergriffen werden."

Zu einer flächendeckenden Einrichtung der klinischen Krebsregister, die im Unterschied zu den epidemiologischen Registern nicht gesetzlich vorgeschrieben sind, ist es bislang trotz aller Bemühungen nicht gekommen, so dass notwendige Informationen und Anreize zur Leistungsoptimierung in der Versorgung Krebskranker nach wie vor nicht zur Verfügung stehen.

" Entscheidungsträger, Leistungserbringer, Kostenträger und natürlich Patientinnen und Patienten benötigen zuverlässige und aussagekräftige Daten zur Qualität der onkologischen Versorgung. Nur auf der Grundlage einer gesicherten Datenlage können bestehende Defizite identifiziert und geeignete Maßnahmen ergriffen werden." sagt Ferdinand Hofstädter, ADT.

 

Das QNDH greift diese Anliegen organspezifisch und bezogen auf die Betroffenen einer Versorgungsregion – hier das Land Hessen – auf. Damit werden Lücken geschlossen, die im Versorgungsbereich nach wie vor bestehen. Das Informationsangebot des QNDH ergänzt das der Krebsregister und fügt diesem die Daten zu, die benötigt werden um auf der Handlungsebene direkt zu Entscheidungen und Veränderungen zu kommen.

 

 

                            

Historie des Qualitätsnetz Darmkrebs Hessen

Start der Initiative 2004 durch Prof. Lorenz, Wiesbaden unter Mitwirkung der Präsidentin der LÄKH 2005 -2009 Fr. Dr. Stüwe und dem Einverständnis durch das Hessische Sozialministerium (Fr. Min. Lautenschläger). Im Frühjahr 2006 Bildung von Arbeitsgruppen mit Beteiligung der oben genannten Personen und Institutionen. Erstellung eines Datenkatalogs, Plausibilitätskontrollen, Diskussion der Indikatoren, Evidenzbasierung, Abstimmung technischer, administrativer und datenschutzrechtlicher Aspekte.

 

Erstellung einer beta-Version eines webbasierten Moduls zur Datenerfassung und der Begleitdokumentation mit Hilfe der Fa. IOMTECH, Berlin. Ausgiebige Prüfung und Konsentierung des Moduls. In 2008 online-Stellung der beta-Version der Datenerfassung. Auswertung, Analyse und Optimierung der Datenerfassung.

 

2009 ‹bernahme der Projektleitung durch Prof. Zielke, Offenbach. Ergänzung der Datenbank zu einer national datenkompatiblen, den Vorgaben der DKG, ADT, KOQK, ONCOCERT und dem hessischen Krebsregister entsprechenden Plattform. Inkorporation der Datenanliegen zwischenzeitlich entstandener regionaler Modelle der organspezifischen modularen Datenerfassung beim Kolorektalen Karzinom (KOQK, ADDZ, BNG u.a.). Festlegung und Implementierung der Auswertemodalitäten in Zusammenarbeit mit der Geschäftsstelle Qualitätssicherung Hessen, GQH, Eschborn anhand der national und international konsertierten Indikatorensätze, insbesondere DKG, ADT.  Evaluation der Exportfunktionen zu den in Hessen häufigen Tumordokumentationssystemen (ALCEDIS, MEGAMAN; GTD u.a.). Umsetzung der Schnittstellen

 

Finalisierung der Datenplattform im Januar 2010. Beginn des Datentexports in die Datenbank ab März 2010.

Erste Datenauswertung Q4/2010 durch die GQH, Eschborn.

 

 

 

Bildbeispiele für die Datenmasken des QND-H und die Auswertung der Indikatoren

 

Beispiel der Webbasieren Datenplattform

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Impressum -  Webpage und Internetangebot des Qualitätsnetz Darmkrebs Hessen

 

Rechtshinweise

1. Vorsitzender des QND-H, Prof. Dr. Andreas Zielke  (V.i.S.d.P.)

Onkologischer Arbeitskreis e.V. Starkenburgring 66, 63069 Offenbach

Telefon: +49 69 8405 3941     Telefax: +49 69 8405 3941

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Prof. Dr. med. Andreas Zielke

 

Geschäftsstelle QNDH

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Frau J. S. Gerkhardt

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